SAPV

Informationen und Prozedere zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) für Betroffene, deren Angehörige und Haus- und Fachärzte:


v.l.n.r.: Renate Krämer und Marina Krischeu

Koordinatorinnen v.l.n.r.:
Renate Krämer und Marina Krischeu

Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) dient dem Ziel, die Lebensqualität und Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen zu erhalten, zu fördern, zu verbessern und ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zuletzt in ihrer vertrauten Umgebung zu ermöglichen.

Seit 2007 hat jeder Bürger nach dem Sozialgesetzbuch Anspruch auf eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) zu Hause oder im Heim.

Voraussetzung ist, dass die Versicherten

  • an einer nicht heilbaren, fortschreitenden und so weit fortgeschrittenen Erkrankung leiden, dass dadurch seine Lebenserwartung begrenzt ist und somit anstelle eines kurativen Ansatzes die medizinisch-pflegerische Zielsetzung der Palliativversorgung im Vordergrund steht und
  • sie eine besonders aufwändige Versorgung benötigen, die nach den medizinischen und pflegerischen Erfordernissen auch ambulant oder in stationären Pflegeeinrichtungen nach § 72 SGB XI erbracht werden kann.

Die Verordnung setzt weiterhin voraus, dass ein komplexes Symptomgeschehen vorliegt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Betroffenen unter starken Schmerzen, Atemnot, wiederkehrender Übelkeit, Erbrechen, Juckreiz oder Angstzuständen leiden.Daneben können ethische Konflikte, psychische Belastungen und/oder besondere sozialrechtliche Probleme eine SAPV-Verordnung begründen.

Die Vertragsärzte können bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen spezialisierte ambulante Palliativversorgung verordnen. (Verordnungsvordruck 63, über KV zu beziehen).

  • Die Vertragsärzte geben auf dem Verordnungsvordruck an:
  • den Verordnungszeitraum,
  • die verordnungsrelevante(n)/leistungsbegründende(n) Diagnose(n) als medizinische Begründung für die SAPV,
  • das komplexe Symptomgeschehen mit einer näheren Beschreibung dieses Symptomgeschehens und des besonderen Versorgungsbedarfs,
  • die aktuelle Medikation einschl. der ggf. gegebenen Betäubungsmittel sowie
  • die erforderlichen spezialisierten palliativärztlichen und palliativpflegerischen Maßnahmen der SAPV einschließlich deren inhaltlicher Ausrichtungen.

SAPV wird nach Bedarf intermittierend oder durchgängig vom Palliative Care Team (PCT) des Hospiz- und PalliativNetzes Werra-Meißner erbracht, das als kooptierter Partner im Palliativ-Netz Nordhessen spezialisierte ambulante Palliativversorgung leistet. SAPV kann in dem Umfang verordnet werden, wie es notwendig und zweckmäßig ist um dem schwerkranken Menschen ein selbstbestimmtes und menschenwürdiges Leben in der vertrauten Umgebung zu ermöglichen. Das sind Beratung, Koordination der Palliativversorgung, additiv unterstützende Teilversorgung oder Vollversorgung sein.

SAPV-Leistungen enthalten regelhaft keine nichtpalliativen Leistungen (SGB V, SGB XI). Diese werden weiter durch Haus- u. Fachärzte sowie ambulante Pflegedienste erbracht. Der Hausarzt und der allgemeine Pflegedienst sind also auch weiterhin für ihre Patienten zuständig.

Die Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln im Rahmen der SAPV als ergänzende Versorgung geschieht im Namen und auf das Budget des Palliative-Care-Teams. Verordnungen im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung erfolgen weiterhin im Namen und auf Budget des Vertragsarztes.

Prozedere

Die Vertragsärzte faxen die Vorder- und vom Patienten unterschriebene Rückseite des Vordrucks unmittelbar an das Hospiz- und PalliativNetz Werra-Meißner (05651/9923953). Danach schicken sie den 1. und 2. Durchschlag per Post an das Hospiz- und PalliativNetz Werra-Meißner, Töpfergasse 30a, 37269 Eschwege. Achtung: Patienten unbedingt auf der Rückseite unterschreiben lassen.

Hausärzte und/oder Patienten können den gewünschten Palliativmediziner, Palliative-Care (PC) Pflegefachkraft und Hospizdienst in Abstimmung mit den Patienten dem HPNWM für den Einsatz vorschlagen. Das HPNWM übernimmt die weitere Koordination.

Die PalliativmedizinerInnen erstellen bei einem Erstkontakt zusammen mit der PC-Pflegefachkraft und den Angehörigen einen palliativen Therapie- und Hilfeplan, der gemeinsame Handlungsgrundlage ist. Das Team übernimmt die weitere notwendige palliative Versorgung.

HPNWM_Flyer_SAPV1HPNWM_Flyer_SAPV2
SAPV Flyer (pdf-Datei, 895 KB)

Adresse:
Hospiz‑ und PalliativNetz Werra‑Meißner
Töpfergasse 30a
37269 Eschwege
Fon 05651 / 99 23 951
Fax 05651 / 99 23 953
Mobil 0176 / 10250129
info@hpnwm.de
www.hpnwm.de

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